Das Thema Barmherzigkeit stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, den Bezirksapostel Rainer Storck am 14. Februar 2024 in Köln-Buchheim feierte. Glaubensgeschwister und Gäste aus Köln-Dellbrück, Köln-Porz und Köln-Rath waren zu dieser Feststunde eingeladen.
Verstocket eure Herzen nicht
Als Grundlage des Gottesdienstes verwandte der Bezirksapostel das Bibelwort „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36). Das Lied des Chores „Heute, heute, so ihr seine Stimme höret, so verstocket eure Herzen nicht“, griff er zu Beginn des Gottesdienstes auf. Früher hätten die Menschen ihre Türen mit Hilfe eines Stockes verschlossen, der durch Stahlbügel geschoben wurde.
Im Gottesdienst gelte es, die Herzenstüre nicht zu verstocken, sondern sie zu öffnen, den Heiligen Geist wirken zu lassen. Wichtig sei es auch, den Herrn anzubeten und im Geiste vor ihm zu knien im Bewusstsein: „Es ist der Herr, der durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes dient.“
Nachsicht, Vergebung, Erbarmen, Geduld
Das Schlüsselwort in diesem Gottesdienst sei Barmherzigkeit, so führte der Bezirksapostel weiter aus. Wir sollten barmherzig sein, wie Gott ist. Beispiel für uns sei Jesus Christus. Zur Barmherzigkeit gehöre es, nachsichtig zu sein. Jesus gehe in der Bergpredigt auf den Richtergeist ein, indem er davon spreche, dass man den Splitter im Auge des anderen bemerke, aber nicht den Balken im eigenen Auge. Ein Balken sei eine Ansammlung vieler Splitter. So sähen wir oft einen kleinen Fehler beim Nächsten, ohne die vielen Fehler bei uns selbst zu bemerken, durch die wir andere verletzen würden. Das Gleichnis vom Schalksknecht zeige, wie schnell man Vergebung für sich in Anspruch nehme, andere aber verurteile. Würde man sich daran erinnern, wie oft Gott schon vergeben habe, in jedem Gottesdienst, könne man nicht den Mitbruder verurteilen. „Wesen der Barmherzigkeit ist die Vergebung.“
Das Erbarmen, gleichfalls ein Merkmal der Barmherzigkeit, gehe in Richtung Mitleid. Jesus habe die Menschen und ihre Bedürfnisse gesehen, habe sie gespeist, habe die aussichtslose Situation der Witwe von Nain zum Guten gewendet. Für uns bedeute es, die materielle oder seelische Not des Nächsten nicht nur zu erkennen, sondern Abhilfe zu schaffen. Zur Barmherzigkeit zähle ebenfalls die Geduld. Jesus habe Geduld praktiziert, als Petrus sein Leben mit dem Schwert verteidigen wollte oder als er ihn drei Mal verleugnet habe. Weil Jesus mit Petrus geduldig gewesen sei , habe dieser später für die Verbreitung des Christentums sorgen können. „Lasst uns üben, Nachsicht, Vergebungsbereitschaft, Erbarmen und Geduld zu haben, dann sind wir auf einem guten Weg, barmherzig zu sein, wie unser Vater im Himmel barmherzig ist.“
Anleitung zur Barmherzigkeit
Bezirksapostelhelfer Stefan Pöschel sprach in seinem Predigtbeitrag davon, dass die Liebe nicht ein Teil Gottes sei, sondern dass Gott die Liebe sei. „Barmherzigkeit ist das Göttlichste an Gott. Es ist ureigenst für Gott, barmherzig zu sein.“ Gott habe seinen Sohn gesandt, der uns das Wesen Gottes nahegebracht habe.
Wenn wir bei Gott sein wollten, gehe das nur, wenn wir sein Wesen annähmen. Wie das möglich sei, habe Jesus gelehrt in den Worten: Was ihr meinem Nächsten getan habt, das habt ihr mir getan. In Matthäus 25 könnten wir lesen, was darunter zu verstehen sei: dem Hungrigen zu essen zu geben, den Fremden aufzunehmen, den Nackten zu kleiden, den Kranken zu besuchen oder zu dem Gefangenen zu gehen. „Lasst uns unserem Nächsten so begegnen, wie wir Jesus Christus begegnen wollen.“
© Bezirk Köln-Ost
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