Gottes Liebe zu den Menschen, aber auch die Liebe der Menschen untereinander, die sich daraus manchmal als Aufgabe stellt, standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes für die Entschlafenen am 3. März in Köln-Buchheim, geleitet von Evangelist Dominique Baur. Gebets-, Wort- und Musikbeiträge stimmten in dieses Thema ein.
Zeige, dass es sich lohnt, ein Christ zu sein
Nach dem Verlesen des Bibelworts (Psalm 57,11) trugen zwei Violinen das Lied „Kommt, stimmet alle jubelnd ein“, vor, in dem es um die Liebe Gottes geht. Als Menschen passiere es uns oft, dass uns Dinge an anderen nicht gefielen. Oft helfe es, die Perspektive zu wechseln, um die Absicht des anderen wahrzunehmen. So komme man dem Schritt, die Liebe zu erkennen, näher. „Die Liebe sei das Zeichen, daran man uns erkennt.“ An diesen Liedvers erinnerte der Gottesdienstleiter.
An dem Tag heute, an dem die Entschlafenen besonders eingeladen seien, wüssten wir nicht, ob viele oder nur wenige der Einladung gefolgt seien. Das liege zum Teil auch an uns. Die Voraufgegangenen hätten viel Zeit, uns zu beobachten. Wenn wir immer wieder in Liebe an sie dächten, besonders im Zusammensein, könne sie das motivieren.
Gott ist Güte – öffne dich für Gott
In den Psalmen ständen an drei oder vier Stellen fast dieselben Worte wie bei dem heute vorgelesenen Wort: „Gott, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist.“ Das liege daran, dass es David wichtig gewesen sei, immer wieder aufzuzeigen, wie gut Gott ist. Vor Menschen, die gütig, mild, wohltätig und verzeihend seien, habe man Hochachtung. Diese Grundeigenschaften besitze nicht jeder, aber jeder könne sich darum bemühen.
Wenn man etwas schenke, sei es wichtig, wie man das tue: nicht unter Druck – das sei nicht Güte – sondern freiwillig. Gott sei gut, er habe immer offene Arme; er lade uns ein, zu ihm zu kommen; er sage uns, dass er uns liebe. Er biedere sich nicht an, aber er sei immer da. Wir wollten seine Hilfe aber nicht immer annehmen. „Schwester und Bruder, öffne dich für Gott!“
Gott habe seinen Sohn gesandt, der habe das Opfer gebracht für die ganze Welt. Nicht alles heiße Gott gut, aber er gebe jedem die Chance, bei Null neu anzufangen. Durch den "Offenbarungseid" gebe selbst der Staat dem Bürger die Chance, nach einigen Jahren schuldenfrei neu zu beginnen. Gott gebe diese Chance erst recht, und zwar sofort. „Ich wünsche uns, dass sie an mir und dir ablesen können, dass es diese Chance gibt. Lasst uns miteinander arbeiten an der Würdigkeit der Braut Christi. Das geht nur zusammen. Gott gibt dir und mir Kraft. Nimm sie an!“
Gott hat uns lieb – gönnen wir es auch dem Nächsten
Diakon Dieter Ritze sprach von den Worten im Lied der Kinder „Gott hat uns lieb“ als von einer Gewissheit, die wir kennen würden und die uns immer Kraft gebe, auch für die Seelen in der Ewigkeit zu beten, besonders für die, an die sonst keiner denke.
Die große Erlösung in der jenseitigen Welt sei nicht sichtbar, aber wir würden glauben, dass Seelen das Angebot annähmen, das auf der Erde geschaffen würden, wo sich Diesseits und Jenseits verbinden würden, ergänzte Priester Matthias Wabbals aus Köln-Porz. Dass Gott gütig ist, sei ein wunderbarer Gedanke, nicht nur für uns erfahrbar, sondern auch dem Nächsten zu gönnen. Das sei unsere Aufgabe als Christen. In der allgemeinen Christenheit sei heute am dritten Fastensonntag die Überschrift „Meine Augen sehen stets auf den Herrn“. So könnten wir seine Güte, Größe, Liebe und Allmacht sehen.
Diese Überschrift griff Evangelist Baur auf und ergänzte, dass viele Menschen heute den Blick stets nach unten gerichtet hätten. Wichtig sei es, nach oben zu schauen auf das Kreuz, da sei Hilfe und Heil für die, die leben und für die, die nicht mehr leben, denn die Seele lebe ewig.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls bereitete der Männerchor das Gebet für die Entschlafenen vor mit dem Lied „Komm zu dem Lebensquell“. Die dritte Strophe des Liedes „Singt unserm Gott und seinem Sohn“ sang die Gemeinde nach dem Gebet Den Schlusspunkt des Gottesdienstes setzte der Frauenchor mit zwei Strophen von Bonhoeffers Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“
Nach dem Gottesdienst gab es im "Café Buchheim" noch viel Gelegenheit zum Gedankenaustausch.
© Bezirk Köln-Ost
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