Zwei besondere Anlässe sorgten am 17. März 2024 für eine volle Kirche in Köln-Buchheim. Zum Gottesdienst, den Bischof Rainer Sommer leitete, waren alle Glaubensgeschwister eingeladen, die vor 50 oder 25 Jahren ihr Konfirmationsgelübde abgelegt hatten. Außerdem wurde Diakon Dieter Ritze von seinen aktiven Amtsaufgaben entbunden.
Bereit sein, beim Herrn zu bleiben
Nach dem Verlesen des Bibelwortes aus 1. Korinther 11,23.24 wandte sich Bischof Rainer Sommer zunächst an die Konfirmationsjubilare. Er bezog sich dabei besonders auf das Lied des Frauenchors Kommt, es ist alles bereit!, und begann mit der Feststellung: „Wie schön, dass Gott alles bereitet hat.“ Die Frage sei, ob auch wir entsprechend bereit und uns bewusst seien, dass Gott uns einlade, uns stärken und fröhlich machen wolle.
Im Rückblick auf die Konfirmationsworte vor 25 Jahren „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“, und vor 50 Jahren „Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat“, zeige sich, dass die Worte ebenso verschieden seien wie die Schicksale der einzelnen Konfirmanden. So wie wir hätten auch die ersten Jünger Krisen erlebt. Als Jesus zum ersten Male gesagt habe, man müsse sein Fleisch essen und sein Blut trinken, seien viele nicht geblieben. Sie hätten es nicht verstanden, aber auch nicht ausgehalten. Die Urgemeinde habe gezeigt, wie Bleiben möglich gewesen sei: „Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“
Gemeinschaft mit Gott im Heiligen Abendmahl
Das Bibelwort an diesem Sonntag beschreibe die Einsetzung des Heiligen Abendmahles. Der Korintherbrief bezeuge, dass die Gemeinde das Sakrament mit den Worten Jesu gefeiert habe. Damit habe Jesus in der Einsetzung bereits eine gewisse Liturgie festgelegt, sogar die Worte „Das ist mein Leib…“, die wir in jedem Gottesdienst hören.
Das Heilige Abendmahl habe eine sichtbare Seite in Brot und Wein, heute in der Form der Hostie, und eine unsichtbare Seite in Leib und Blut Jesu. Jesus habe zwei Naturen. Er sei Mensch und Gott. Beide Eigenschaften seien unvermischt, aber auch ungetrennt. Dass er wahrer Mensch ist, sei vergleichbar mit Brot und Wein. Als wahrer Gott schenkt er die Lebensgemeinschaft in Leib und Blut. Die Abendmahlsgemeinschaft sei die engste Gemeinschaft, die wir mit Gott haben könnten.
Das Heilige Abendmahl sei immer ein Dankesmahl und ein Mahl, bei dem wir in die Zukunft schauen. Jesus habe das Passahmahl als Erinnerungsmahl gefeiert, noch bevor er das Opfer gebracht habe. Gleichzeitig würden wir an das Abendmahl des Lammes in seinem Reich denken und das würde in uns die Sehnsucht wecken: Komm bald, Herr Jesus!
Ruhesetzung mit dankbarem Blick zurück
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles rief Bischof Rainer Sommer Diakon Dieter Ritze zu sich an den Altar. Er erinnerte an die erste Begegnung der beiden, die in ihm das Gefühl hinterlassen habe, einen neuen Freund und Bruder gefunden zu haben. Jede Begegnung sei wohltuend gewesen. Der Diakon sei stets geradlinig seinen Weg gegangen. Seit 2005 trug er das Diakonenamt. Seine Mitbrüder aus der Gemeinde attestierten ihm große Gewissenhaftigkeit, tiefen Glauben, Liebe zu Gott und zur Gemeinde, Freundlichkeit und Freudigkeit. Er sei „goldtreu“ gewesen und „ein Sonnenschein der Gemeinde“.
Der Bischof wünschte dem Diakon zu seinem Abschied aus dem aktiven Dienst viel Gesundheit, Gotterleben und Segen, dass seine genannten Eigenschaften weiterhin in die Gemeinde ausstrahlen sollten, dass er den Dank spüren möge. Er entlastete ihn von der aktiven Aufgabe und wünschte ihm: „Bleib unser Freund und Bruder!“ Der Vorsteher, Evangelist Dominique Baur, schloss sich mit Dankesworten und einem Abschiedsgeschenk an. Schließlich richtete Diakon i.R. Dieter Ritze ebenfalls Dankesworte an die Gemeinde.
Im Anschluss gab es für die Silber- und Goldkonfirmanden noch Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen in das ein oder andere tiefergehende Gespräch zu vertiefen.
Für die Senioren war der Gottesdienst ein ganz besonderes Erlebnis, hatten sie doch am Dienstag zuvor noch über die Liturgie und die Bedeutung des Heiligen Abendmahles beim Seniorentreffen gesprochen.
© Bezirk Köln-Ost
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