Der Gottesdienst für Entschlafene am 7. Juli in Köln-Buchheim stellte besonders die Aufgabe heraus, die Christen haben, auch im Hinblick auf die Seelen, die bereits im Jenseits sind. Wort und Musik stimmten die Zuhörerinnen und Zuhörer darauf ein, wie der Mensch sein Christsein leben soll.
Durch Vorbild von Gott zeugen
„Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden“, dieses Bibelwort aus Römer 10,13 bildete den Rahmen der Stunde. Evangelist Dominique Baur stellte die Frage, wie man Gott anrufen könne, wenn man noch nie von ihm gehört habe. Viele Menschen, die gestorben seien, hätten vielleicht nur von einem strafenden Gott gehört oder seien vermeintlich von ihm enttäuscht worden. Diese Einstellung ändere sich nicht mit dem Übergang vom Leben in den Tod.
Unsere Aufgabe als Christen sei, immer wieder von Gott zu zeugen. Dabei müsse unser Gegenüber spüren, dass wir meinen und durch unser Verhalten bezeugen, was wir sagen. „Den Heiligen Geist zu tragen, ist kein Freifahrtschein, sondern eine Arbeitsaufgabe.“ Voraussetzung sei, dass wir an Gott glauben, uns auf ihn und seine Lehre einlassen und den festen Willen haben, seine Gebote zu halten. Dadurch werde es sichtbar, dass es sich lohne, zu Gott zu kommen und zu bleiben.
Das Geheimnis der Gnade
Priester Martin Breyer aus der Gemeinde Köln-Dellbrück ging auf die Aussage des Chorliedes ein „Sein Geheimnis heißet Gnade.“ Sie sei nicht deshalb ein Geheimnis, weil es nicht verraten werde, sondern weil es oft nicht verstanden werde. Gott zu vertrauen helfe nicht, wenn wir nur unsere Wünsche erfüllt sehen wollten. Die Lösung des Geheimnisses liege in der Hinwendung zu Gott, auch im Gebet, und im Beachten seines Wortes. Dadurch bekomme man das Gefühl, von Gott geliebt zu werden und das Heil zu bekommen.
Um Gnade für die Seelen, die bereits im Jenseits sind, ging es in dem besonderen Gebet, das der Gottesdienstleiter nach dem Heiligen Abendmahl sprach. Musikbeiträge von gemischtem Chor, Männerchor, Frauenchor und Kindern gaben der Feierstunde ein festliches Gepräge.
Nach dem Gottesdienst gab es noch viel Gelegenheit zum Gedankenaustausch beim Brunch.
© Bezirk Köln-Ost
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