Die drei Gemeinden Köln-Buchheim, Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach erlebten gemeinsam am 15. Dezember den Gottesdienst mit Apostel Franz-Wilhelm Otten in Köln-Buchheim. Neben dem festlichen Adventsschmuck gaben die Musikbeiträge verschiedener Chöre, der Orgel und eines kleinen Instrumentalensembles der Stunde einen vorweihnachtlichen Rahmen.
Offenheit des Herzens
Nach dem Verlesen des Bibelwortes „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“, (Johannes 3,30) ging der Apostel zunächst auf das Lied des Männerchors „Macht hoch die Tür“, ein. Er rief dazu auf, die Aufforderung der Sänger ernst zu nehmen, damit Jesus freien Zutritt zu unseren Herzen habe. Nicht jeden Gedanken, nicht alles, was uns am Tag begegne, sollten wir in unser Herz einlassen. Wir seien selbst für die Gedanken verantwortlich, die wir einlassen würden. „Öffnen wir uns, wenn Christus in der Nähe ist, verschließen wir uns, wenn Gefahr da ist.“
Im Hinblick auf den dritten Advent, der an diesem Tag stattfand, wies der Gottesdienstleiter auf die drei Kerzen hin, die schon viel Licht und Wärme spenden könnten. Diese Kerzen könnten stehen für Friede, Freude, Gemeinschaft, Vergebung, Aufeinander-Zugehen, Anlächeln, Mitmachen, Mitlächeln, Mitweinen oder viele andere Zeichen des Mitfühlens. Jede dieser Eigenschaften oder Aktivitäten könne Licht und Wärme für andere bedeuten.
Wachsen und Abnehmen
Das Bibelwort berichte von Johannes dem Täufer. Er habe sich als den Vorbereiter des Gottessohnes gesehen. Als letzter Prophet des Alten Bundes habe er auf das mosaische Gesetz hingewiesen. Mit Jesus habe der Neue Bund begonnen. Gott sei nicht mehr als strafender Gott gesehen worden. Jesus habe gesagt, dass Gott die Liebe sei, dass er Gemeinschaft mit den Menschen wolle, dass er den Sünder nicht strafe. Er, Jesus, sei nicht gekommen, um die Probleme der Zeit zu lösen, sondern um für jeden einzelnen Menschen das Heil zu ermöglichen.
Damit das möglich sei, müssten wir dafür sorgen, dass Jesus in uns herrschen könne. Unser Ziel sei, ihm gleich zu werden. Dazu müssten wir uns bewusst für ihn entscheiden. Das, was in uns herrsche, müsse abnehmen. Unser Maßstab solle sein, sich mehr nach ihm auszurichten. Abnehmen heiße nicht, seine Persönlichkeit aufzugeben. Jedoch solle Christus in unseren Gedanken und Entscheidungen das Sagen haben.
Als Beispiele für Eigenschaften, die wachsen müssten, nannte Apostel Franz-Wilhelm Otten zunächst das Vergeben, gemäß dem Bibelwort aus Matthäus „Vergeben ist wichtiger als Opfer“. Diese Bereitschaft müsse zunehmen, auch wenn sie oft schwieriger sei, als vielleicht etwas zu spenden. Eine zweite Eigenschaft sei die Treue auch in der Bedrängnis. Weiterhin sei es wichtig, nicht zu verurteilen. Jeder solle sich bewusst sein, dass alle Sünder seien. Man müsse den Nächsten nicht verstehen, aber solle Verständnis für ihn haben. Eine sehr helle und wärmende Kerze sei auch das Zuhören, etwas Besonderes in dieser Zeit, in der viele nur an sich dächten.
Sich auf den Weg machen
In ihren Predigtbeiträgen wiesen Bischof Rainer Sommer und Bezirksältester Siegmar Meyer darauf hin, wie der Einzelne den Weg zum Wachsen gehen könne. Um etwas zu verändern, brauche es den konkreten Schritt. Dazu sei es sinnvoll, zunächst mit einem einzelnen Schritt anzufangen. Johannes der Täufer habe viele gute Dinge getan, es aber am Ende doch nicht geschafft. Wer einzelne Kerzen anzünde, könne erleben, dass Gott in ihm wachse. Kraft komme auch aus dem Heiligen Abendmahl. Die Kerzen, die einmal angezündet seien, sollten wir durchgehend brennen lassen und nicht immer wieder auslöschen. Den Wunsch aus dem Eingangslied: „Herr, wir wollen in Bereitschaft stehn,… bis du erscheinst“, sollten wir im Herzen tragen, bis der Herr kommt.
© Bezirk Köln-Ost
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