Viel Gold und historisch besonders wertvolle Objekte gab es für rund zwanzig Seniorinnen und Senioren aus den Gemeinden Köln-Buchheim und Köln-Dellbrück am 29. April 2025 in der Kölner Domschatzkammer zu sehen. In einer informativen und interessanten Führung erfuhren sie viel über die Schätze und ihr sakrale Bedeutung.
Geschichte der Domschatzkammer
Der Domschatz hat eine bereits etwa 2000-jährige Geschichte. Früher kamen viele Reliquien nach Köln. Sie waren Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger und für sie wurden kostbarste Gefäße angefertigt. Vom ursprünglich vorhandenen Domschatz sind jedoch nur noch etwa zwanzig Prozent vorhanden. Schon im 10. Jahrhundert gab es die erste Domschatzkammer. Nach dem schweren Einbruch 1975 wurde die Kammer an ihren jetzigen Ort verlegt. Heute umfasst sie sechs Räume. Das Besondere an den hier ausgestellten Schätzen ist, dass sie ganz überwiegend noch heute in gottesdienstlichem Gebrauch sind.
Besondere Reliquien in dem Raum, der an die alte Schatzkammer erinnert
Der erste besuchte Raum in dem ausgebauten historischen Kellergewölbe des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes in der Größe sieben mal sieben mal sieben Meter will versuchen, den Eindruck der alten Domschatzkammer, der camera aurea, zu zeigen. Er zeigt unter anderem Petrusreliquien, die Petruskette in einer goldenen Monstranz und den Petrusstab. Bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts waren sie die bedeutendsten Reliquien des Domes. Der Petrusstab wird heute noch getragen, wenn ein neuer Bischof eingesetzt wird.
Ein weiteres wichtiges Ausstellungsstück dieses Raumes ist der Engelbertsschrein. Engelbert von Berg, als Engelbert I. Erzbischof von Köln, wurde im 13. Jahrhundert nachweislich von seiner Familie ermordet. Sein Schrein ist eine zeitgenössische Arbeit des 17. Jahrhunderts, auf dem sein Leben in vielen Einzelheiten dargestellt wird. Auf dem Deckel liegt er zwischen zwei Engeln.
Architektur und weitere Domschätze
Im folgenden Raum, der Hauptschatzkammer, konnten die Besucherinnen und Besucher besonders gut die Bauweise der Domschatzkammer erkennen. Basalt- und Tuffstein sind im Wechsel verbaut und bilden ein Kreuzrippengewölbe. Ein Teil der Wände bilden das Fundament des Domes, ein anderer Teil gehört zur ehemaligen römischen Stadtmauer.
Auch hier erfuhren die Seniorinnen und Senioren einiges über die wertvollen Gegenstände, die für den katholischen Gottesdienst notwendig sind. Dazu gehören ein goldenes Kurschwert und ein Bischofsstab aus einer Pariser Werkstatt. Besonders ist hier die Makroarchitektur, bei der Elemente des Kölner Doms in den Schmuckstücken genau nachgebildet werden. Die hier ausgestellten wertvollen Gegenstände waren im Mittelalter nur für hohe Geistliche sichtbar.
Ein ganz besonderer Schatz ist die Juwelenmonstranz, die als einzige weltweit aus purem Gold hergestellt ist. Beim Domraub 1975 gehörte sie zum Diebesgut. Als sie gefunden wurde, war das Gold bereits eingeschmolzen, die Steine aber alle unversehrt erhalten. Mit Hilfe vorhandener Fotos gelang es in elfjähriger Arbeit, die Monstranz originalgetreu wiederherzustellen.
Sonderausstellung und weitere Räume
Der dritte besuchte Raum, die ehemalige Dombibliothek, zeigt wechselnde Ausstellungen, die sich mit der Geschichte des Doms befassen. Aktuell geht es um die Entwicklung der Domumgebung im 19. Jahrhundert. So zeigt ein Gemälde die Kirche St. Johannes Baptist vor dem Dom. Im Verlauf des Jahrhunderts wurden in der Umgebung des Doms alle Kirchen abgerissen. Ein besonders gern gesehenes Ausstellungsstück ist ein kleiner Holzkran mit der Aufschrift „Aus dem Holzwerke des 1868 abgetragenen Domkranes, dem Wahrzeichen der Stadt Köln, gefertigt.“
In zwei weiteren Räumen gab es noch Grabfunde und besondere Messgewänder zu sehen.
Gemeinsamer Abschluss im Brauhaus
Zu einer kölschen Spezialität trafen sich die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung noch in einem Brauhaus in der Nähe und ließen das Erlebte in Gesprächen nachwirken.
© Bezirk Köln-Ost
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