Viele Besucher konnte die Gemeinde Köln-Buchheim am 28. September begrüßen. Neben den Glaubensgeschwistern der Nachbargemeinde Köln-Dellbrück trafen nach und nach zahlreiche Jugendliche aus Münster und Köln-Bonn, dazu die Sanitätsbeauftragten aus dem Apostelbereich sowie aus dem Bezirk Köln-Ost ein. Alle Sängerinnen und Sänger der Gemeinden und der Besucher bildeten gemeinsam einen großen Chor. Den Gottesdienst in dieser besonderen Gemeinde leitete Bischof Ralf Flore.
Gelobt sei Gott
Der Bischof legte der Stunde das Bibelwort „Und Abram gab ihm den Zehnten von allem“ (1.Mose 14,20b) zugrunde. Zunächst ging er auf das Lied „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, des Chores ein und stellte fest, dass diese Aussage das Wesentliche eines Gottesdienstes und unseres Gemeindelebens umschreibe. Der Lobpreis Gottes und das Gemeindegebet seien Grund des Zusammenkommens und gäben tief im Herzen einen Vorgeschmack auf die zukünftige Herrlichkeit.
Einen zweiten Schwerpunkt habe das Lied noch genannt: Herr, mach uns bereit! Gott, der zu uns als Mensch und Gotteskind Ja sage, solle uns individuell und als Gemeinde durch seinen Geist inspirieren.
Abrams Verhalten aus Dankbarkeit gegenüber Gott
Zum Verständnis des Bibelworts skizzierte Bischof Ralf Flore die Ereignisse, die ihm zugrunde liegen. Lot, Abrams Neffe, sei in Kriegsgefangenschaft geraten. Abram habe es gemeinsam mit ausgewählten Personen und mit Hilfe einer geschickten Taktik geschafft, Lot zu befreien und einen Teil des Eroberten zu sichern. Auf dem Rückweg sei er auf den König von Salem, Melchisedek, getroffen. Der sei nicht nur König, sondern auch Priester Gottes gewesen, und habe Abram gesegnet. Abram habe ihm den Zehnten von allem gegeben, was er erbeutet hätte. Das sei geschehen, weil er sich klargemacht habe, dass der Erfolg nur mit Gottes Hilfe möglich gewesen sei und weil Melchisedek Gott repräsentiert habe.
Abram habe ebenfalls den König von Sodom getroffen, der ihm angeboten habe, einen Teil der Beute zu behalten. Das habe er abgelehnt, weil es ihm nicht um persönlichen Vorteil gegangen sei, sondern darum, den Willen des Herrn zu erfüllen.
Bedeutung von Abrams Verhalten für uns
In unserer Zeit gewinne die Egozentrik immer größere Bedeutung. Der Einzelne sehe sich als Maß aller Dinge im Kleinen und im Großen. Die Gottlosigkeit werde immer mehr und drohe in unsere Gemeinde und in unser Herz überzuschwappen. Der Heilige Geist lasse uns erkennen, was für uns Größe besitzen solle. Das sei zunächst die Gotteskindschaft. Der Herr habe uns vor Anbeginn der Welt erwählt. Damit habe er uns die Möglichkeit geschenkt, zu ihm in die Herrlichkeit zu kommen. An uns liege es, im Alltag ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen und den Nächsten mit Christus vertraut zu machen.
Die zweite Erkenntnis, die der Heilige Geist uns schenke, sei die Bedeutung des Heiligen Abendmahls. In ihm hätten wir die Gemeinschaft untereinander und mit Gott. „Wer meinen Leib nicht isset und mein Blut nicht trinket, der hat kein Teil an mir.“ Diese Jesuworte würden zeigen, dass das Heilige Abendmahl unverzichtbar für die Beziehung zu Gott sei.
Von unverzichtbarer Bedeutung sei schließlich die Gemeinde, wo jeder Platz habe, unabhängig von Zahl, Alter, Schicht oder sonstigen Rahmenbedingungen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Jesus Christus selbst habe die Gemeinde mit seinen Worten gegründet, sie sei nicht Ergebnis einer Zufälligkeit. Unsere Aufgabe bestehe darin, alle in den Blick zu nehmen, die Hauptsache als Hauptsache zu erkennen und den Willen Gottes in den Vordergrund zu stellen.
Weitere Predigtbeiträge, Feier des Heiligen Abendmahls und Abschluss des Gottesdienstes
Die Vorsteher der Gemeinden Köln-Porz, Evangelist Mario Spieker, und Köln-Buchheim, Evangelist Dominique Baur, ergänzten die Gedanken des Bischofs mit ihren Predigtbeiträgen.
Gäste in der Gemeinde
Einige Jugendliche aus Münster berichteten der Gemeinde nach dem Gottesdienst, was sie nach Köln-Buchheim geführt hatte. Sie hatten sich für das Ziel Köln entschieden, um eine Jugendfreizeit durchzuführen, und gestern Dom, Duftmuseum und den Rhein vom Schiff aus kennengelernt. Abends hatten sie nicht nur gemeinsam gespielt und sich in einer Andacht auf den Gottesdienst vorbereitet, sondern auch viele Schokoladenriegel einzeln mit Sprüchen beklebt, die für die Gastgeber ein Impuls sein konnten. Diese Riegel verteilten sie an alle und lösten damit viel Begeisterung aus. Anschließend gab es ein Treffen mit Jugendlichen aus dem Bereich Köln – Bonn, um einander kennenzulernen und Gemeinschaft zu pflegen.
Die Sanitätsbeauftragten blieben nach dem Gottesdienst ebenfalls noch in der Kirche zum gemeinsamen Austausch zusammen.
© Bezirk Köln-Ost
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