Trotz der hochsommerlichen Temperaturen war die Kirche in Köln-Buchheim am 2. August 2026 gut gefüllt, als Apostel Franz-Wilhelm Otten, begleitet von Bischof Rainer Sommer, Bischof Ralf Flore und verschiedenen Geistlichen aus beiden Kölner Bezirken, den Gottesdienst für die Senioren leitete. Wort und Sakrament wurden von abwechslungsreichen musikalischen Beiträgen eines gemischten Chores, eines Quartetts, einer Sopransolistin und des Senioren-Flötenensembles ergänzt.
„Ich möcht‘, dass einer mit mir geht“
Der Apostel legte der Stunde das Bibelwort aus einem Gottesdienst des Stammapostels zugrunde: „Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater“ (Römer 8,15)
Zunächst ging der Dienstleiter besonders auf das Lied ein „Ich möcht‘, dass einer mit mir geht“, das nach dem Verlesen des Bibelworts vorgetragen wurde. Als er auf dem Programm das Lied gelesen habe, sei er sehr bewegt gewesen, weil ihn am Tag zuvor das Erleben der Emmausjünger besonders angesprungen habe. Nach seiner Auferstehung sei Jesus eine Weile mit ihnen unterwegs gewesen, ohne dass sie ihn erkannt hätten; sie hätten ihm traurig vom Tod ihres Herrn berichtet. Erst beim Brotbrechen hätten sie ihn erkannt.
So gehe es uns auch oft, wir würden oft die Nähe und Begleitung des Herrn nicht spüren. „Ich wünsche uns von Herzen, dass wir in jedem Augenblick wissen: Er ist da!“ Jesus habe uns mehr geliebt als sein eigenes Leben, habe es hingegeben, damit wir zu Gott kommen könnten. „Er ist da, er ist nah, er hat dich lieb. Nimm das als Zusage!“
Nicht Sklave sein, sondern Kind
Apostel Franz-Wilhem Otten zeigte auf, dass das Bibelwort den Unterschied zwischen Menschen ohne Christus und Menschen, die in Christus leben, aufzeige. Die einen seien wie Sklaven, müssten nur arbeiten, hätten stets Angst vor Strafe und hätten keine Aussicht auf Änderung ihres Zustandes. Die anderen dagegen seien Kinder. Sie könnten frei leben, dürften Fehler machen und würden schließlich erben. Auch wenn beide im selben Haus leben würden, sei der Status doch grundverschieden.
Durch die Wiedergeburt habe Jesus uns aus der Knechtschaft freigekauft und wir seien zu Kindern Gottes geworden. Das „Loskaufen“, also eine Adoption, durch die der Status eines Kindes erreicht werde, sei schon zu Zeiten der Römer möglich gewesen. Ein Kind wisse, wohin es gehöre; dürfe nach Hause kommen, gleich, in welchem Zustand. Adam und Eva hätten sich im Bewusstsein der Sünde vor Gott versteckt; der verlorene Sohn, der eigentlich alles falsch gemacht hätte, hätte dennoch nach Hause kommen können. Der Apostel schloss seine Predigt mit dem Hinweis darauf, dass wir als Kinder eine Zukunft als Erben hätten (Römer 8,17). „Kind sein ist schön. Seien wir uns dessen täglich bewusst.“
Kind sein bringt Vertrauen
Bischof Rainer Sommer wies in seinem Predigtbeitrag auf den Gedanken hin, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen würden. Er erinnerte an eine Situation aus der Kindheit, in der manchmal die Befürchtung aufgekommen sei, dass man vielleicht wegen des einen oder anderen Verhaltens von den Eltern benachteiligt werden könne. Dann aber habe das Bewusstsein Oberhand gewonnen, dass die Eltern einen doch lieben würden und man keine Befüchtungen haben müsse. Mit diesem Bewusstsein sei aber auch der Entschluss gewachsen, das eine oder andere vielleicht besser zu machen.
Bischof Ralf Flore brachte der Gemeinde entgegen, dass Gott persönlich sage: „Kind sein ist schön.“ Auch er dachte an ein Erleben in der Kindheit, dass die Mutter in einer unübersichtlichen, unangenehmen Situation zuerst ihre Arme geöffnet und ihn getröstet habe. Er forderte die Gläubigen auf: „Bitte gehe nicht irgendwo hin, sondern gehe zu Gott, deinem Vater!“ Paulus weise in Römer 8,16 darauf hin, dass wir Gottes Geist mehr Raum geben sollten. Der Geist wirke in der Stille. So könnten wir mit Zuversicht, Gelassenheit und Vertrauen in die Zukunft gehen, dass Gott uns tagaus, tagein begleite.
Nach den Predigtbeiträgen der beiden Bischöfe erlebte die Gemeinde die Sündenvergebung, die Feier des Heiligen Abendmahls, Schlussgebet und Schlusssegen.
Im Anschluss gab es in den Räumen der Kirche noch viel Gelegenheit, einander zu begegnen, miteinander zu sprechen und dabei Kaffee und Kuchen zu genießen.
© Bezirk Köln-Ost
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