Die Gemeinden Bergisch Gladbach und Köln-Dellbrück waren am 23. August 2026 in der Kirche Köln-Buchheim zu Gast, als Apostel Franz-Wilhelm Otten hier in dem voll besetzten Gotteshaus den Gottesdienst feierte. Der Bezirkschor sorgte für den musikalischen Rahmen. In dem Gottesdienst spendete der Apostel einem Kind das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Ja, ich glaub‘ an Gott, den Vater
Das Bibelwort „Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brülllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben“, (1. Petrus 5; 8,9) bildete die Grundlage der Stunde Zunächst ging der Apostel auf das Lied des Chores „Ja, ich glaub‘ an Gott den Vater“, ein. Wir seien Menschen wie alle anderen. Durch den Glauben hätten wir mehr in Leben und Zukunft. Wenn wir in den Glauben hineingeboren worden seien, sei uns oft zunächst nicht bewusst gewesen, dass der Glaube ein Geschenk, das Fundament unseres Lebens sei. „Es ist ein Segen, dass wir glauben können. Unser Leben hat eine andere Tiefe, einen anderen Inhalt, das Wissen, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.“ Jesus habe seine Jünger oft gefragt: Glaubst du das? Er sei als Mensch auf die Erde gekommen, habe ohne Sünde gelebt, sei sündlos in den Tod gegangen. Darum sei die Erlösung der Menschen möglich geworden. Durch den Glauben besäßen wir eine Perspektive für die Zukunft.
Apostel Franz-Wilhelm Otten erinnerte an den Gottesdienst des Stammapostels mit dem Schwerpunkt „Dennoch bleibe ich stets an dir.“ Gott habe die Verheißung gegeben, dass er stets zu uns stehe. Ob er bei uns sei, hänge nicht von unserer Leistung, von Gelingen oder Misslingen ab, sondern von Gottes Liebe. „Ich bin bei dir, du bist wertvoll“, beschreibe Gottes Beziehung zu uns. „Du bist geliebt von Gott, du bist verliebt in Gott“, sei das Fundament unseres Glaubens, unseres Lebens.
Gefahr durch den brüllenden Löwen und möglicher Widerstand
Das Bibelwort, das zur Zeit des Apostels Petrus entstanden sei, habe durchaus einen realen Hintergrund gehabt. Es sei die Zeit der Christenverfolgung gewesen. Sie seien verfolgt, bedrängt, oft sogar getötet worden. Dennoch hätten sie den Mut gehabt, ihren Glauben zu leben.
Für das Bild des Löwen gebe es zwei Gesichter. Zum einen das alte, falsche Bild des Anklägers, der vor Gottes Thron sitze und die Gläubigen bei Gott anklage. Zum anderen das Bild des Angstmachers wie ein Löwe, der auf eine Schafherde zulaufe. Auch heute klage der Widersacher an und rede den Menschen ein, sie würden alles falsch machen und könnten nicht vor Gott bestehen. Verfolgung sei ebenfalls ein Merkmal des Bösen. Viele Menschen hätten als Christen Nachteile, teilweise sei sogar ihr Leben bedroht. Der Widersacher wolle Angst einflößen, damit die Menschen den Glauben verlören und so zu seinen Opfern würden. Schließlich versuche er auch zu spalten, vielleicht sogar in der Gemeinde.
Das Bibelwort zeige nicht nur die Gefahren auf, sondern biete auch Lösungen. Es fordere auf, nüchtern zu sein. Manchmal bekämen wir Angst durch viele Meinungen, durch das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Petrus beschreibe, dass der Teufel umhergehe wie ein brüllender Löwe. Eigentlich habe er keine Macht, denn Christus habe ihn besiegt. Darum könnten wir uns so akzeptieren, wie wir sind. Wie der verlorene Sohn könnten wir immer zu Gott kommen. Petrus fordere auch zur Wachsamkeit auf. Im Hinblick auf das, was Sünde sei, werde in der Gesellschaft Vieles relativiert mit dem Hinweis, das täten doch alle. Maßstab müsse sein, ob es Gottes Wille sei. Wenn man viel gegessen und getrunken habe, werde man schnell müde. Wir sollten darüber nachdenken, womit wir uns beschäftigen und uns die Zeit nehmen, einmal über Christus nachzudenken. Schließlich komme es darauf an, fest im Glauben daran zu bleiben, dass Jesus sündloser Mensch war, für uns am Kreuz gestorben und auferstanden ist und wiederkommen wird. Das halte uns in der Herde, in der Gemeinschaft. Dann gelte für uns das Wort des Apostels Petrus: Wenn wir dem Widersacher widerstehen, flieht er vor uns.
Bezirksältester Siegmar Meyer ergänzte in seinem Predigtbeitrag die Gedanken des Apostels.
Spendung von zwei Sakramenten, Schlussgebet und Schlusssegen
In der Vorbereitung auf die Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl wies der Apostel darauf hin, dass wir durch die Vergebung die Kraft für den würdigen Genuss des Heiligen Abendmahls erhalten würden.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls wurde einem Kleinkind das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet. In seiner Ansprache sagte der Apostel dem kleinen Glaubensbruder: „Du bist geliebt von Gott, du wirst lernen, ihn wiederzulieben. Du bist um Herzen Gottes, du bist kein Kind des Zufalls, du bist bewusst von Gott erwählt.“
Nach der Spendung dieses Sakraments feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Der Gottesdienst endete mit Gebet und Schlusssegen.
© Bezirk Köln-Ost
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