Am 20.10.26 trafen sich 23 Gemeindemitglieder aus hauptsächlich der Gemeinde Bergisch Gladbach vor der Synagoge in der Roonstr. Köln
Nach der Sicherheitskontrolle wurde die Gruppe von der Referentin der jüdischen Gemeinde, Frau Eva B., begrüßt und durch die Synagoge geführt.
Mit großer Sachkenntnis und spürbarem Engagement vermittelte sie einen Einblick in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Köln, die von wechselvollen Entwicklungen, aber auch von zahlreichen tragischen Ereignissen geprägt ist. Als älteste jüdische Gemeinde Europas nördlich der Alpen zählt sie heute rund 4.000 Mitglieder, von denen mehr als 90 Prozent aus Osteuropa stammen.
Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über die zahlreichen jüdischen Gedenktage. Gleichzeitig wurde deutlich, welch hohen Stellenwert Feste und gemeinsames Feiern im Judentum haben. So berichtete Frau B. über das bevorstehende Chanukka-Fest und erläuterte die Bedeutung des Schabbats als wöchentlichen Ruhetag. Dieser beginne bereits am Freitagabend. An ihm seien viele Formen körperlicher Arbeit nicht erlaubt. Ausgenommen sind Tätigkeiten, die dem Schutz, der Pflege und der Rettung von Menschen und Tieren dienen.
Anschaulich beschrieb die Referentin außerdem den Ablauf eines jüdischen Gottesdienstes. Für viele überraschend war die hervorgehobene Stellung der Frau im Judentum. Ebenso interessant war die Information, dass das Judentum als einzige monotheistische Weltreligion keine Mission betreibe. Ein Übertritt aus einer anderen Religion sei nur unter besonderen Voraussetzungen und jahrelanger Prüfung möglich.
Auch die zahlreichen Gebote und Verbote wurden thematisiert. Die meisten Gläubigen empfinden diese jedoch nicht als Einschränkung ihres Lebens. Vielmehr stehe die Freude am Leben im Mittelpunkt jüdischen Selbstverständnisses. Sie zeigt sich in der Feier des Schabbats, den religiösen Festen und nicht zuletzt im bekannten jüdischen Humor.
Frau B. beantwortete die vielen Fragen der Teilnehmenden kompetent und ausführlich. Im Anschluss bezeichnete sie die Gruppe als außergewöhnlich interessiert und respektvoll.
Nach etwa 75 Minuten endete die Führung. Die gewonnenen Eindrücke wirkten noch lange nach, regten zum Nachdenken an und boten reichlich Gesprächsstoff für die Zeit danach.
Die Gottesdienste in der Synagoge werden 3x täglich gefeiert und stehen jedermann offen. Besucher werden nach Voranmeldung gerne durch die Synagoge geführt. Synagoge Köln
© Bezirk Köln-Ost
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