Diese Geschichte prägte ein Bezirksapostel auf dem Jugendtag 2001 in Hannover. Es wird das Beispiel auch immer wieder gerne in Gottesdiensten zum Thema: "Prioritäten" verwandt.— Vielleicht auch einmal selbst mit einem Windlichtglas und ein paar Steinen von draußen nachvollziehen ?
Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen nationalen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten.
Dieser Kurs war einer von fünf Stationen ihres eintägigen Lehrgangs. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln. Zuerst betrachtete der Professor in aller Ruhe einen nach dem anderen dieser Elitetruppe, sie waren bereit alles, was der Fachmann ihnen beibringen wollte, gewissenhaft zu notieren.
Danach verkündete der Professor:
"Wir werden ein kleines Experiment durchführen."
Er zog einen großen Glaskrug unter seinem Pult hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich hin. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine, etwa so groß wie Tennisbälle, hervor und legte sie sorgfältig einen nach dem anderen in den großen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler:
"Ist der Krug voll?" Und alle antworteten: "Ja!"
Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: "Wirklich?"
Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine und rührte dann leicht um. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen bis auf den Boden des Kruges.
Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: "Ist dieser Krug voll?"
Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: Wahrscheinlich nicht." "Gut.", antwortete der Professor.
Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er einen Eimer Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies aus.
Dann blickte er auf und fragte: "Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?"
Der Kühnste unter seinen Schülern - nicht dumm - dachte an das Thema der Vorlesung und antwortete: "Daraus lernen wir, dass selbst wenn wir denken, dass unser Zeitplan schon bis zum Rand voll ist, wenn wir es wirklich wollen, immer noch einen Termin oder andere Dinge einschieben können."—
"Nein.", antwortete der Professor, "darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können ist folgendes: Wenn man die großen Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später niemals alle hineinpassen."
Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusst, wie sehr der Professor recht hatte.
Dann fragte er: "Was sind in eurem Leben die großen Kieselsteine:
Eure Gesundheit, eure Familie, eure Freunde, dein Glaube, die Realisierung eurer Träume,
das zu tun was euch Spaß macht, dazulernen, eine Sache verteidigen, Entspannung,
sich Zeit nehmen oder etwas ganz anderes?
Wirklich wichtig ist, dass man die großen Kieselsteine in seinem Leben an die erste Stelle setzt. Wenn nicht, läuft man Gefahr es nicht zu meistern, sein Leben. Wenn man zuallererst auf Kleinigkeiten achtet, den Kies, den Sand, verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit für die wichtigen Dinge.
Deshalb vergesst nicht euch selbst die Frage zu stellen - Was sind die großen Kieselsteine in meinem Leben?
Dann legt diese zuerst in den Krug."
Stille herrschte im Saal. So klar hatte es der Professor aufgezeigt.
Plötzlich stand einer der Chefs auf, zog eine Flasche Wein samt Öffner aus seinem Koffer, ging nach vorne, entkorkte die Flasche und schüttete den gesamten Inhalt in den Krug. Der Wein floss zwischen die Ritzen und füllte jeglichen Freiraum aus. "Und für ein bisschen Freude ist dann immer noch genügend Freiraum!" sagte er und setzte sich wieder lächelnd auf seinen Platz.
Da verabschiedete sich der alte Professor mit einem freundlichen Wink von seinem Publikum und verließ langsam den Saal.
Verfasser dieser Anekdote z.Zt. unbekannt
© Bezirk Köln-Ost
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