Am Gründonnerstag, 28. März 2024 trafen sich knapp 30 Jugendliche und Jugendbeauftragte aus dem gesamten Raum Köln-Bonn zu einem besonderen Passah-Lamm-Essen in Köln-Porz. Viele Christen gedenken am Vorabend des Karfreitags des letzten Abendmahls Jesu Christi vor dessen Kreuzigung. Es gilt unter Theologen als gesichert, dass dieses Abendmahl zur Zeit des Passahfests stattfand. Insofern besteht hier ein interreligiöser Zusammenhang.
Der Abend in Köln-Porz war von vielen von Symbolen gekennzeichneten Ritualen durchzogen. So wurden mehrmals die Hände jedes einzelnen Teilnehmers vom Zeremonienmeister, dem "Hausvater", gewaschen. Damit wurde die innere Reinheit, aber auch die Verbundenheit der Teilnehmer manifestiert.
Auch wurde zum Essen Rotwein (bzw. den Jüngeren Traubensaft) gereicht. Dieser symbolisiert mehrere Aspekte: Im Zuge des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten wird im 2. Mose 12 berichtet, dass ein von Gott gesendeter Todesengel diejenigen Häuser verschonte, deren Türpfosten mit dem Blut geopferter Lämmer bestrichen waren. Somit steht der Wein, dessen Farbe der des Blutes ähnelt, für das Leben. Der Wein steht aber auch für die Lebensfreude - hier sei an die Hochzeit zu Kana erinnert (Johannes 2, 1-12), bei der Jesus Wasser in Wein verwandelte.
Auch der Genuss des Weins erfolgte in Ritualen. So wurde ein Glas eingeschenkt, nicht aber sofort getrunken denn es handelte sich um den "Dankbecher des Wartens" - schließlich, so die Botschaft, müssten manche Dinge im Leben ausgestanden oder überwunden werden, ehe der Dank und die Freude darüber zum Tragen kämen.
Höhepunkt - zumindest aus kulinarischer Sicht - war der Verzehr des zart geschmorten Passahlamms, das Priester Bernd Herholz mit viel Liebe vorher zubereitet und mitgebracht hatte. Hierbei wurde sich Zeit gelassen und es bestand die Möglichkeit, viele schöne Gespräche miteinander zu führen.
Der Abend endete schließlich mit dem "Becher des Melchisedek", dem Becher vor dem letzten Segen, der darauf zurückgeht, dass Gott dessen Opfer angenommen hat, was ihm zum Segen gereichte. So soll auch unser Opfer angenommen werden und die Nähe Gottes uns auch weiterhin begleiten. Mit dem durch den Hausvater verkündeten Schusssegen (4. Mose 6, 24-26) endete ein lehrreicher, aber auch schöner Abend mit einer feierlichen Tischgemeinschaft, der allen sicherlich noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.
© Bezirk Köln-Ost
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